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Die ASB-Retter von Anklam

(22. Oktober 2018, Anklam)

Rainer Schüttler (v.l.), Karl-Heinz Möhr, Jan Michelson und Stefan Rackow bilden das Team der ASB-Rettungswache Anklam (Foto: K. Lehmann / ASB RV Vorpommern-Greifswald).

Diese vier Männer retten Leben – und das jeden Tag: Rainer Schüttler (57), Karl-Heinz Möhr (58), Jan Michelson (49) und Stefan Rackow (49) bilden seit 25 Jahren das Team der ASB-Rettungswache in Anklam. „In dieser Zeit hat sich viel geändert, die Ansprüche sind gestiegen, die Technik hat sich verbessert. Eines ist jedoch geblieben: Wir fahren hinaus, um Leben zu retten – und das als Team. Genau so soll es bleiben“, sagt Rainer Schüttler, Leiter der ASB-Rettungswache in Anklam.

Es ist kurz nach 16.30 Uhr – der Schichtwechsel auf der Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Anklam steht an. Notfallsanitäter Jan Michelson und Rettungsassistent Stefan Rackow lehnen an ihrem Einsatzfahrzeug – einem so genannten NEF (Notarzt-Einsatz-Fahrzeug). Beide lassen sich die Herbstsonne ins Gesicht scheinen und plaudern mit Mediziner Frank Büchner, Chefarzt der Chirurgie des Anklamer Krankenhauses. Es wird gelacht, gescherzt – Herzlichkeit und Respekt sind deutlich zu spüren: Ganz klar: Jeder schätzt die Arbeit des anderen.

„Wir kennen uns hier alle schon sehr lang, haben viel miteinander erlebt – das schafft Vertrauen. So muss das sein“, meint Stefan Rackow. Bei diesen Worten nickt Kollege Jan Michelson: „Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich. Ein gutes Verhältnis zu den Ärzten und den Kollegen ist die Voraussetzung, damit wir die Aufgaben meistern können.“

100 Prozent Verlass in Anklam

In diesem Augenblick tritt Rainer Schüttler dazu – die Männer begrüßen sich, als wären sie Freunde. „Das sind wir auch – wir sind eine Familie“, erklärt Rainer Schüttler. „Bei uns im Team kann sich einer auf den anderen verlassen. Und das zu 100 Prozent.“ Was bei vielen nach einer Phrase klingt, wird bei den Männern der ASB-Rettungswache Anklam gelebt. Und das jeden Tag. „Wir arbeiten seit 25 Jahren zusammen – das schweißt zusammen“, meint Jan Michelson, dessen Sohn in die Fußstapfen des Vaters treten wird – Junior Tim absolviert derzeit eine Ausbildung zum Notfallsanitäter.

Rainer Schüttler, der Leiter der ASB-Rettungswache im Anklamer Krankenhaus, löst an diesem Tag seine Kollegen ab. Der 1,90-Meter-Hüne schaut auf seinen elektronischen „Piepser“, mit dem die ASB-Retter für Einsätze alarmiert werden. „Das Einsatzaufkommen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Hatten wir Anfang und Mitte der 1990er Jahre 30 bis 40 Einsätze im Monat, sind es jetzt rund 130. Geändert hat sich auch die Art der Einsätze. Früher mussten wir sehr oft zu Verkehrsunfällen, das ist heute kaum noch der Fall.“ Doch was passiert, wenn einer der Vier einmal ausfällt? „Kein Problem – dann helfen uns unsere ASB-Kollegen der Rettungswache Wusterhusen. Das ist natürlich keine Einbahnstraße. Wenn die Kollegen unsere Hilfe benötigen, sind wir auch für sie da.“

Die drei Männer gehen in die Räumlichkeiten der Rettungswache, in der bereits Karl-Heinz Möhr wartet und sogleich Kaffee anbietet. Es folgen Übergabe und Absprachen zwischen den vier Rettern. „Im Normalfall sehen wir uns alle vier nur zehn Minuten am Tag bei der Dienstablösung“, meint Karl-Heinz Möhr und fügt scherzhaft und mit breitem Grinsen hinzu: „So haben wir keine Zeit zum Streiten.“

Trockener Humor in der Rettungswache Anklam

Diese Steilvorlage wird von den Kollegen sofort aufgegriffen. Ein scherzhafter Kommentar folgt auf den nächsten – die ganze Rettungswache ist plötzlich von herzhaftem Lachen erfüllt. „Wir sind Freunde klarer Worte“, meint Rainer Schüttler und blinzelt spitzbübisch. Keine Frage: Wer die vier einmal zusammen erlebt, der weiß nach wenigen Sekunden: Dieses Team kann nichts entzweien.

Einen weiteren Beweis der Freundschaft liefert Karl-Heinz Möhr, als er das private Fotoalbum der ASB-Rettungswache in Anklam öffnet. Zu sehen sind Ausflüge und Feiern – immer mit dabei: die Familien der Lebensretter. „Das ist uns sehr wichtig“, sagen alle vier unisono.

Die ASB-Rettungswache in Anklam existiert seit dem 1. September 1991 - seit Juni 1993 Rainer Schüttler, Karl-Heinz Möhr, Jan Michelson und Stefan Rackow nun schon das Team der ASB-Rettungswache in Anklam . An die Anfänge können sich alle vier, die vor der politischen Wende in der DDR ganz unterschiedliche Jobs hatten, noch ganz genau erinnern. „Wir sind damals mit einem alten Opel Kadett gestartet. An meinem ersten Arbeitstag wurde mir eine Blutdruckmanschette in die Hand gedrückt – mit den Worten: ‚Das bekommst Du schon hin‘. Heute wäre das undenkbar“, erinnert sich Rainer Schüttler, der in seiner Freizeit gern auf die Jagd geht.

Bei diesen Worten beginnen die Kollegen erneut, herzhaft zu lachen und klopfen ihrem Chef freundschaftlich auf die Schulter. „Das hast Du wirklich toll hinbekommen“, meint Stefan Rackow und alle pflichten bei. „Wir sind ein tolles Team – und das soll noch lang so bleiben.“

Weitere Informationen zur Rettungswache Anklam

Mehr Informationen über den Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Vorpommern-Greifswald: www.asb-rv-vg.de

Text: Karsten Lehmann / ASB Regionalverband Vorpommern-Greifswald

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