ASB-Landesverband
Mecklenburg-Vorpommern e.V.
 
ASB LV Mecklenburg-Vorpommern

Fest vereint. Seit 25 Jahren.

(19. Februar 2016, Rostock)

ASB-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern feiert ein Vierteljahrhundert gute Taten

Auf einmal läuft er. Der Auspuff qualmt, der Motor knattert, der Trabant braust los. Befeuert von bläulichen Abgasen steigen Erinnerungen auf, an die Zeit vor 25 Jahren, als ein Ende zum Anfang wurde. Ein Ende, bei dem ein Trabi plötzlich Geschichte war. Und ein Anfang, der wie geschaffen dafür schien, um Geschichte zu schreiben. Zum Beispiel so eine wie die des ASB in Mecklenburg-Vorpommern.

Heute, am 19. Februar, ist für den Landesverband ein Festtag: es ist der Tag der großen Jubiläumsfeier, die hinter den eigentlichen Geburtstag am 22. September letzten Jahres einen Glanzpunkt setzen wird. Gut 100 Gäste sind deshalb ins Rostocker Radisson Blu gekommen, aus der Politik und der Wirtschaft, Partner und Freunde, Wegbereiter und -begleiter. Sie stoßen auf ein Vierteljahrhundert Mitmenschlichkeit an und begeben sich auf eine spannende ASB-Zeitreise.

Auch Ulrich Bauch, der Geschäftsführer des ASB-Bundesverbandes, ist unter den Gästen. Er hat sich ans Steuer des Trabants gesetzt, um eine kleine Spritztour zu machen. Ist doch Ehrensache, als Oldtimerfan. Er rollt mit dem Auto aus einer anderen Zeit durch Rostock – und bewegt sich in Gedanken durch die Geschichte. Sie ist an diesem Tag allgegenwärtig, zum Anfassen nah. Es gibt sehr viele Erinnerungen und Anekdoten, die 25 Jahre ASB im Land erzeugt haben. Und wer könnte besser von ihnen erzählen als Wilhelm Müller, der ehemalige Bundesgeschäftsführer? Schließlich ist er einer der Geburtshelfer des ASB im Osten der Republik.

Als politisch unabhängige Hilfsorganisation war der Arbeiter-Samariter-Bund in der DDR verboten. Dann fiel die Mauer, und der Weg war frei für den Mut, zwischen Rügen und Rennsteig einen Neustart zu wagen. So wie damals, bei der Geburtsstunde des ersten ostdeutschen ASB-Ortsverbandes in Güstrow. Es war der Funke, durch den sich der ASB im Osten flächendeckend etablierte, entsprungen in einer Wohnstube mit Blümchentapete, während draußen die Trabis durch die Straße knatterten und die DDR langsam zerbröselte wie der Putz an den verfallenen Bauten.

Einer, der damals live dabei war, ist Dr. Klaus Klingner. Er weiß noch genau, wie sich auf dem Wohnzimmertisch die Aschenbecher füllten, sie allesamt die Gründungsurkunde unterschrieben, ein Glas Wein zum Abschied tranken und Fotos für die Geschichtsbücher machten – noch nicht wissend, ob sie da hineinpassen würden. Sie passten sehr gut. Und deshalb steht heute, auf dem Jubiläumsfest, wieder so ein Tisch wie damals im Mittelpunkt – umgeben von der Kulisse des ehemaligen Gründungswohnzimmers.

Jörg Klingohr, bekannt als der wortgewandte Komiker Bauer Korl, ist heute der rote Gesprächsfaden. Frech, doch charmant verwebt er die Höhepunkte des Tages – von der Präsentation des bewegenden 25-Jahr-Trailers über die warmherzigen Worte von Ulrich Bauch und Wilhelm Müller, von Mathias Wähner, dem Vorstandsvorsitzenden des ASB-Landesverbandes, von Daniel Hoffmann, dem Geschäftsführer und von Nikolaus Voss, dem Staatssekretär des Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg‐Vorpommern.

Nebenbei hat Bauer Korl jenen Tisch aus dem historischen Wohnzimmer hergerichtet, mit schöner Decke und gemütlicher Lampe. Die Aschenbecher fehlen, aber sonst ist es fast so wie früher. Denn am Tisch sitzen unter anderem: Thomas Dietrich, Bernd Karau und Klaus Klingner – also fast alle Gründungsmitglieder aus dem Originalwohnzimmer.

Die Anekdoten, die sie aus den Anfangstagen erzählen, schärfen sich zu Bildern, man kann sie fast greifen. Vom Engagement des ASB Schleswig-Holstein, der in Güstrow Erste Hilfe leistete und zupackte, um die kaputten DDR-Einsatzfahrzeuge wieder flottzukriegen. Vom Tackern der Reiseschreibmaschine, auf der Klaus Klingner den Gründungsvertrag aufsetzte und den 150 Ostmark für die Vereinsgründung. Vom schicken Hotel Stadt Güstrow, in der sie im September 1990 den Landesverband ins Leben riefen und – dieser gewaltigen Aufbruchsstimmung, die den ASB von der Stadt ins Land und schließlich in alle neuen Bundesländer trug.

Das Fest springt zurück in die Gegenwart. Uwe Borchmann, der stellvertretende Bundesvorsitzende, ehrt Menschen mit besonders viel Herzblut für den ASB, und „Die Blowboys“ lassen sie musikalisch hochleben. Der Rostocker Shantychor versteht es, altbekannte Seemannslieder so frisch gegen das Klischee zu bürsten, dass sie das Publikum mitreißen.
„Junge, komm bald wieder“ – oder anders gesagt: Das Jubiläum klingt aus. Musik, Geschichten und gute Wünsche hallen noch nach, während heimlich, still und leise die nächsten 25 Jahre beginnen.

Draußen, vor dem Hotel, zieht ein DDR-Rettungswagen Blicke auf sich: Ein Kleinbus namens Barkas, ein Stück Vergangenheit zum Anfassen. So wie der Trabant daneben. So wie vieles an diesem Tag. „Auf einmal lief er“, sagt plötzlich Wilhelm Müller – und redet weder von Trabi noch Barkas. „Der ASB lief – und war hier einfach nicht mehr aufzuhalten.“

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