NØRD 2026: Digitalisierung, die Menschen erreicht
Wie sieht moderne Erste Hilfe aus? Und welche Rolle kann Digitalisierung dabei spielen, wenn jede Minute zählt?

Mit diesen Fragen waren wir auf der NØRD 2026 unterwegs. Gemeinsam mit KatRetter/KatX sowie NOFiAS e.V. haben wir gezeigt, wie digitale Lösungen dazu beitragen können, Hilfe schneller dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird – und warum Technologie gerade dann ihren größten Wert entfaltet, wenn sie Menschen miteinander verbindet.
Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidet oft die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Genau hier setzt ASB SCHOCKT an: Registrierte Ersthelfende werden über die App alarmiert, wenn sich in ihrer Nähe ein Notfall ereignet. So können lebensrettende Maßnahmen häufig bereits beginnen, bevor der Rettungsdienst vor Ort eintrifft.
Dabei ist die Idee ebenso einfach wie wirkungsvoll: Die Technik rettet keine Leben. Menschen tun das. Die Technik hilft lediglich dabei, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenkommen.
Auf der NØRD wurde deutlich, dass Digitalisierung längst weit mehr ist als die Einführung neuer Software oder technischer Systeme. Sie schafft neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, beschleunigt Informationswege und vernetzt Menschen, Organisationen und Kompetenzen. Ob digitale Alarmierung, intelligente AED-Netzwerke, digitale Lagebilder oder moderne Kommunikationsplattformen – überall dort, wo Informationen schneller fließen, können Menschen besser helfen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Beitrag von Birgit Waniorek auf der Female Stage. Die Ausbildungsleitung Erste Hilfe des ASB Regionalverbandes Süd-Westmecklenburg und ehrenamtliche Koordinatorin spannte den Bogen zwischen digitaler Innovation und gelebter Hilfeleistung. Dabei scheute sie auch die kontroversen Fragen nicht: Welche Aufgaben kann Digitalisierung im Bevölkerungsschutz übernehmen – und wo bleibt menschliches Handeln unersetzlich?
Die Antwort war ebenso klar wie überzeugend: Digitalisierung kann informieren, koordinieren und vernetzen. Wenn es jedoch darum geht, Menschen aus Notlagen zu retten, Verletzte zu versorgen oder Angehörige zu begleiten, bleibt der entscheidende Faktor der Mensch.
Digitalisierung ist deshalb kein Ersatz für Menschenkraft. Sie macht sie stärker.
Passend zum Internationalen Tag der Frauengesundheit haben wir dabei auch einen Aspekt aufgegriffen, der noch immer viel zu wenig bekannt ist: Frauen werden bei einem Herzstillstand seltener von Ersthelfenden reanimiert als Männer. Die Gründe reichen von Unsicherheiten und Berührungsängsten bis hin zu überholten Vorstellungen davon, wie ein medizinischer Notfall aussieht. ASB SCHOCKT kann diese Hürden nicht beseitigen – aber dazu beitragen, dass schneller Menschen erreicht werden, die bereit sind zu helfen.
Es alarmiert Menschen, die sich bewusst dazu entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen und im Notfall zu handeln. Jede zusätzliche Ersthelferin und jeder zusätzliche Ersthelfer erhöht die Chance, dass Betroffene die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überleben.
Besonders gefreut hat uns außerdem die Unterstützung durch unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ina-Maria Ulbrich. In ihrer Funktion als Staatssekretärin war sie auf der NØRD vor Ort und nutzte die Gelegenheit, die Idee hinter ASB SCHOCKT mit Überzeugung weiterzutragen: moderne Lebensrettung, die Menschen vernetzt und gesellschaftliches Engagement stärkt.
Die Gespräche auf der NØRD haben gezeigt, wie groß das Interesse an diesen Themen ist. Sie haben aber auch deutlich gemacht, dass erfolgreiche Digitalisierung immer einen klaren Zweck braucht.
Nicht Technologie um ihrer selbst willen.
Sondern Technologie, die Menschen befähigt.
Technologie, die Verantwortung erleichtert.
Technologie, die aus Einzelnen eine Gemeinschaft macht.
Digitalisierung entfaltet ihren größten Wert, wenn sie Menschen verbindet. ASB SCHOCKT ist dafür ein Beispiel – und jede neue Registrierung hilft dabei, dieses Netzwerk lebensrettender Hilfe weiter wachsen zu lassen.

