Zwischen Rennstrecke und Herzensangelegenheiten
Unser Wünschewagen beim Netzwerktreffen am Nürburgring
21 von 23 Standorten beim Netzwerktreffen "Wünschewagen" am Nürburgring
Foto: ASB/Bechtloff14. bis 16. September 2026 | Nürburgring
Schon bei der Ankunft am Kongresshotel war da dieses besondere Gefühl: Wir sind am Nürburgring.
Ein Ort, an dem Motorsportgeschichte geschrieben wurde. Lauda, Senna, Schumacher – Namen, die untrennbar mit dieser Strecke verbunden sind. Ferrari, McLaren und unzählige Rennwagen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Und nun rollte auch ein Wünschewagen des ASB Mecklenburg-Vorpommern auf das Gelände – mit drei ehrenamtlich Engagierten, unserer Projektleitung und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Gepäck.
Der Anlass war allerdings kein Rennen, sondern das bundesweite Netzwerktreffen der ASB-Wünschewagen. Vom 14. bis 16. September kamen Vertreter:innen der verschiedenen Wünschewagen-Standorte zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln, voneinander zu lernen und die gemeinsame Arbeit weiter voranzubringen.
Denn so unterschiedlich die Wünsche und die Menschen dahinter auch sind: Was die Wünschewagen verbindet, ist die Frage, wie Menschen in einer besonderen Lebensphase noch einmal genau das erleben können, was ihnen wichtig ist.
Viel Austausch. Viele Ideen. Und ein bisschen Rennsportgeschichte.
In Workshops und Gesprächen ging es um die tägliche Arbeit der Wünschewagen, um Erfahrungen aus den verschiedenen Regionen und um Ideen für die Zukunft. Gerade der Austausch zwischen den Standorten ist dabei wertvoll: Was funktioniert anderswo gut? Welche Herausforderungen begegnen uns? Welche Lösungen können wir voneinander übernehmen?
Für unsere Ehrenamtlichen bedeutet ein solches Treffen deshalb vor allem eines: Sie bekommen Raum für Austausch, neue Impulse und die Möglichkeit, die Wünschewagen-Arbeit gemeinsam mit anderen weiterzuentwickeln.
Und natürlich durfte am Nürburgring eines nicht fehlen: die Rennstrecke.
Einmal selbst über die offizielle Grand-Prix-Strecke fahren – natürlich nicht im Renntempo, aber trotzdem mit ordentlich Gänsehaut. Während der Wagen die Kurven und Geraden entlangfuhr, konnte man sich beinahe vorstellen, wie hier früher die Motoren aufheulten und Reifen über den Asphalt quietschten.
Dann ging die Sonne unter.
Der Himmel über der Strecke färbte sich orange, lila und pink. Für einen Moment schien es ganz still. Kein Rennmotor, kein Zeitdruck, keine Zielflagge. Nur dieser Blick auf die Strecke und das Gefühl, gerade an einem Ort zu sein, an dem so viele besondere Geschichten ihren Anfang, ihre Wendung oder ihr Ende genommen haben.
Zeit ist keine Selbstverständlichkeit
Vielleicht passt genau deshalb der Nürburgring so gut zu einem Wünschewagen-Treffen.
Auf einer Rennstrecke zählt jede Sekunde. Beim Wünschewagen zählt dagegen vor allem, was in dieser Zeit passiert.
Ein letzter Besuch am Meer. Ein Konzert. Noch einmal ein Lieblingsverein. Eine Fahrt in die Berge. Zeit mit Menschen, die einem wichtig sind.
Der Wünschewagen erfüllt letzte Wünsche von Menschen, die wissen, dass ihre Zeit begrenzt ist. Und die Ehrenamtlichen des ASB schenken dafür etwas, das sich nicht in Zahlen messen lässt: ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit und ihre Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen.
Sie begleiten, organisieren, hören zu, packen an – und sind da, wenn aus einem Wunsch eine konkrete Reise wird. Dafür braucht es nicht nur Engagement, sondern auch Erfahrung, Einfühlungsvermögen und ein gutes Netzwerk.
Genau dieses Netzwerk lebt von Begegnungen wie denen am Nürburgring.
Weit gefahren, viel mitgenommen
Die Anreise aus Mecklenburg-Vorpommern war lang. Gelohnt hat sie sich trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb.
Wir nehmen neue Ideen mit nach Hause, viele Eindrücke, spannende Gespräche und jede Menge schöne Erinnerungen. Vor allem aber nehmen wir die Gewissheit mit, Teil eines starken bundesweiten Netzwerks zu sein, in dem sich viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen für dieselbe Sache einsetzen.
Und natürlich bleibt da noch die Frage: Wie soll das beim nächsten Netzwerktreffen in zwei Jahren eigentlich zu toppen sein?
Wir sind gespannt.

